Meryem Natalie Akdenizli - Pianistin

 

 

 

 
 

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Schulprojekt

Johannes-Kepler-Gymnasiums Weil der Stadt  21.10.2011


Schulkonzert und Meisterkurs am Johannes-Kepler-Gymnasiums in Weil der Stadt am 21.10.2011


Stuttgarter Zeitung, vom 22.10.2011

Die Lovestory von Hero und Leander wird lebendig

Weil der Stadt Die Pianistin Meryem Akdenizli hat Zehntklässler durch die Musikgeschichte geführt.

Von Gabriele Metsker

Schulkonzert Johannes Kepler Gymnasium Weil der Stadt
Schulkonzert IKG Musiksaal     Foto: factum/Weise

In 80 Minuten durch die Musikepochen" nennt die junge Pianistin ihre Gesprächskonzert, mit dem sie vor allem junge Menschen mit auf die Reise nehmen möchte. Am Freitag sind Zehntklässler und Kursstufenschüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums mit Meryem Natalie Akdenizli unterwegs gewesen. "Ich finde es sehr wichtig, dass die junge Generation auch begeistert wird von der wundervollen Musik und dass sie mit ihrem kulturellen Erbe in Kontakt kommt", erklärt sie. Dabei ist sie selbst noch jung. Da sie ihr Studium an den Musikhochschulen Trossingen und Hannover erfolgreich abgeschlossen hat, ist sie natürlich etwas älter als ihr Publikum in der Schule: Ende zwanzig. Aber sie wirkt so, als habe sie eben erst ihr Abitur gemacht. Das schafft Nähe zu den Jugendlichen.

Meryem Natalie Akdenizli, die in Stuttgart Zazenhausen aufgewachsen ist und jetzt in München lebt, schafft es, klassische Musik und Musikgeschichte kein bisschen verstaubt wirken zu lassen. Dazu trägt ihr Erscheinungsbild bei: Sie ist hübsch und wirkt trotz des eleganten, schulterfreien Abendkleides kein bisschen steif oder elitär - im Gegenteil. Dunkle Locken umrahmen ihr hübsches, junges Gesicht mit den fröhlich strahlenden Augen. Sie entspricht so gar nicht dem Klischee des introvertierten, kauzigen Musikers.

Mit Begeisterung erzählt sie von Franz Liszt, dem "größten Pianisten, den es jemals gab". Und sie erwähnt die - wissenschaftlich nicht gesicherte - Anekdote von Liszts Hund, den er sich angeschafft hatte, um allen Damenwünschen nach einer "Haarlocke von Liszt" entsprechen zu können, ohne selbst einen kahlrasierten Schädel zu bekommen. Witzig schildert sie, wie die Frauen reihenweise bei seinen Konzerten in Ohnmacht fielen - wie es auch heute bei Konzerten großer Stars üblich ist. Das Ganze wird begleitet von Bildern auf einem Bildschirm, die den berühmten Pianisten in verschiedenen Lebenssituationen zeigen. Aber natürlich spielt die Pianistin auch Klavier. Und wie!

Passend zu den Interessen, die Jugendliche meistens haben, hat sie die Ballade Nr. 2 ausgewählt, in der es um die Liebesgeschichte von Hero und Leander geht. Sie demonstriert, wie das Wellenrauschen des Meeres bei den Dardanellen klingt, wie sich Liebe und Sehnsucht der beiden in einem anderen Motiv ausdrücken und wie aus dem Wellenrauschen durch Oktavierung ein richtiger Sturm wird. Als sie das Stück dann nachher am Stück spielt - auswendig, wie alles an diesem Mittag - sind die Motive gut wiederzuerkennen und die Geschichte, die erzählt wird, ist deutlich zu hören. Ähnlich stellt sie das Präludium E-Dur (BWV 937) von Johann Sebastian Bach vor, die "Appassionata" des Klassikers Ludwig van Beethoven, zwei impressionistisches Préludes von Claude Debussy und ein Stück des zeitgenössischen Komponisten Janez Maticic, mit dem sie selbst in Paris gesprochen hat. Bei seiner Komposition kommen sogar Knöchel und Ellenbogen zu Einsatz - was für Raunen in der Mensa sorgt.

Bei den Schülern ist das Ganze gut angekommen: "Ich kann mir jetzt besser vorstellen, was für Musikarten es gibt", beschreibt Sarah Rehm. Alena Türk findet die Geschichten zur Musik besonders gut: "Man hat gesehen, was sich der Komponist gedacht und wie er gefühlt hat." Dass das Johannes-Kepler-Gymnasium bereits über hervorragenden Nachwuchs verfügt, beweist Robin Weidle nach dem Schlussapplaus: Er spielt, umringt von seinen Mitschülern, die berüchtigte 12. Etüde aus Opus 10 von Frédéric Chopin - und bekommt nach dem Konzert Extra-Unterricht von der Meisterpianistin.

Quelle: Stuttgarter-zeitung.de  zum pdf Artikel


Herzlichen Dank an die Firma Roland, der es ebenfalls ein Anliegen ist junge Menschen für Klassische Musik zu begeistern und die dieses Schulprojekt unterstützt.

ROLAND